Deutsche Neonazis beim „Day of Honour“

 

Foto: Marian Ramaswamy

Am Samstag den 11.02.2017 fand in Budapest der „Tag der Ehre“ (Day of Honour) statt. Mit über Tausend extrem Rechten ist der Tag der Ehre eine der größeren Zusammenkünfte Ungarischen Skin Vereinigungen und Blood and Honour. Unter den Teilnehmer*innen der Gedenkfeier und dem anschließenden Gedenkmarsch befanden sich auch zahlreiche Neonazis aus Deutschland.

von Marian Ramaswamy

Ab 14 Uhr nahmen bis zu 300 Neofaschisten auf einem Platz hinter der Pfarrkriche an der Csaba utca, an der Gedenkfeier teil. Genauer am Denkmal „WWI. Mountain Riflemen Memorial“ im Városmajor – einem Park im 12. Bezirk. Am Memorial legten die Faschist*innen Trauerkränze nieder. Im Gedenken an die 1945 in der Budapester Burg eingeschlossenen faschistischen Soldaten, hielten die Neonazis anschließend eine Mahnwache ab. An der Veranstaltung beteiligten sich die Hammer Skins Ungarn, Skins 4 Skins Ungarn und Italien, Betyarsereg (Ungarn, Betyaren-Armee), Magyar Nemzeti Garda (Ungarische Garde), Magyar Nemzeti Garda (Ungarische Selbstverteidigungsbewegung) und Delegationen der Blood and Honour aus Ungarn, Bulgarien und Griechenland sowie Neonazis aus Polen und Russland. Aus Deutschland beteiligten sich etwa 14 Mitglieder der faschistischen Partei „Der III. Weg“. Deren „Gebietsverbandsleiter Mitte“ Matthias Fischer aus Templin trat auf der Trauerveranstaltung als Sprecher auf und hielt ein Grußwort. Danach legte die Deutsche Delegation einen Kranz mit der Aufschrift  „Wir vergessen euch nie – Ewig lebt der Toten Tatenruhm“ vor dem Denkmal ab. Bei dem anschließenden kurzen Marsch durch den Kirchpark formierte sich der Dritte Weg zu einem eigenen Block direkt vor einer Delegation von Blood and Honour. Neben Fischer beteiligten sich an der Gedenkveranstaltung Anika Wenzel und Nico Metze vom Stützpunkt in Thüringen, Julian Bender (Gebietsleiterwest) sowie der Vorsitzenden Klaus Armstroff aus Weidenthal.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung: weit mehr als 1000 Neonazis sammelten sich auf dem Platz „Kapisztrán tèr“ vor dem militärischem Museum „Hadtörténelmi Levéltár Budapest“. Um von dort aus in Klein- und Großgruppen zum Kitöres (dt.: Gedenkmarsch) aufzubrechen. Die Veranstaltung findet jährlich auf der Buda-Burg im Gedenken an ungarische und deutsche Soldaten statt, diese wurden im Februar 1945 von der Roten Armee auf dem Gelände eingekesselt. Nachdem Hunderte Nazis in der Schlacht fielen, versuchten 17.000 eingeschlossenen Soldaten durch den Wald auszubrechen. 300 Soldaten gelang durch einen 60 Kilometer Marsch der Ausbruch aus dem Kessel. Seither wird die Geschichte zum Mythos der „Festung Budapest“ verklärt. Am Bécsi kapu (Wiener Tor) protestierten etwa 30 Antifaschist*innen gegen die Veranstaltung der extrem Rechten. Die Teilnehmer*innen des Marsches mussten durch das „Wiener Tor“ und somit an dem Gegenprotest vorbei.

Neonazi in historischer Uniform                                                                          Foto: Marian Ramaswamy

In historischen Uniformen beispielsweise mit Abzeichen der Waffen-SS, aber auch im sportlichen Dress brachen die Teilnehmenden zur „Wanderung“ auf; 57,6 Kilometer (von Budapest nach Szomor) mussten zurückgelegt und 12 Checkpoints passiert werden. Für jeden absolvierten Abschnitt erhielten die „Wandernden“ einen Stempel auf ihrem Tourpass. Auch Kinder, Familien und Neonazis in Freizeitkleidung beteiligten sich an der Inszenierung und gaben dem Marsch einen regelrechten Volksfestcharakter.

Einer der zu absolvierenden Checkpoints                                                                            Quelle: Facebook

An dem Marsch beteiligten sich größere Gruppen aus Deutschland. Unter ihnen auch zwei Mitglieder der Band „Kategorie C“: Hannes Ostendorf und Stefan Erni Behrens aus Bremen sowie Patrik Glogowskyj alias „Ricky Keule“ aus dem Umfeld der Band. Behrens trug dabei eine Uniform mit Abzeichen der SS die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Ungarn, zu den verbotenen Symbolen gehört. Schon in der Vergangenheit bewegte sich die Band Kategorie C im Umfeld des Militanten Netzwerks „Blood and Honour“. So spielten sie 2014 in Frankreich und Slowenien unter dem „Blood and Honour Banner“.

Hannes Ostendorf (weiße Jacke) und Stefan Erni Behrens (in Uniform) zu Beginn ihres Marsches                  Foto: Mikkel Hansen

Auch der Sänger der Band „Preussenstolz“ Patrick Danz, Oliver Oeltze vom „Nationalen Widerstand Berlin“ und der aus Leipzig stammende Tommy Neumann beteiligten sich an dem revisionistischen Event.

Fotos findet ihr unter:
Antifaschistischen Nachrichtenportal Niedersachsen
Fotoarchiv Südniedersachsen

This entry was posted in Rechtsextremismus and tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.